Liebe Freunde von Mavropigi!


Hier ist die Conny, ich war vom 20.7.-31.7.2020 in Mavropigi. Durch An/Abreise waren es nur 9 ganze Tage,welche ich im Dorf Mavropigi bei den Hunden sein konnte. Die Zeit war viel zu kurz! Da auch Alexia in dieser Zeit Urlaub hatte,haben wir uns so Manches vorgenommen...

Aber der Reihe nach:
In Mavropigi gibt es 7 Rudel, also sieben Stationen im Dorf verteilt,an denen die Hunde gefüttert und mit Wasser versorgt werden können.

Das kleinste Rudel trägt in sich 3 Hunde, beim Größten sind es über 15 Tiere.
Als einen Segen hab ich die Wasserstelle empfunden,welche es gibt. So konnten wir Wasser für die Hunde holen und uns selbst erfrischen, oft begleiteten uns die Hunde dahin. Ihr kennt die Stelle aus dem Video,wo Dias badet...
Ich zeig euch als Erstes ein Video,warum Mavropigi Häuser und Bewohner verloren hat.
In der Nähe haben sich Principa,Smiley und Vivian ihren Platz gesucht..


 
 
 
 
 

Einmal sagte Alexia zu mir: “Einen Nachmittag gehen wir mal zu Agios Markos und die Hunde werden mit uns sein“. Agios Markos, ein heiliger Ort liegt außerhalb vom Dorf Mavropigi auf einem Berg. Man hat von da aus eine herrliche Aussicht auf ganz Mavropigi und vielleicht auch weiter. Das wird wunderbar, habe ich bei mir gedacht, denn wenn die Griechen von Nachmittag sprechen, meinen sie nach 17/18 Uhr, dann wenn die Sonne ein bisschen in ihrer Kraft nachgelassen hat, so dass auch die Hunde mitkommen würden, denn in der Hitze des Tages ziehen sie sich in die Kühle der Häuser zurück.

Ich hatte es mir schon vorgestellt:
Mit meinem kleinen Rucksack auf dem Rücken mit Wasser und etwas Essbaren ( wir haben das Essen oft vergessen und sind oft mit knurrendem Magen nach Hause) ausgestattet und um uns ein Rudel Hunde, welche uns begleiten. Was kann es Schöneres geben.

Wir haben es zeitlich nicht geschafft dahin zu laufen..

Aber etwas Anderes hat mir Alexia gezeigt:
Agia Paraskewi, einst eine kleine Kirche in Mavropigi.. Gotteshäuser haben meist einen einzigartigen Platz in Griechenland, meist stehen sie erhöht. Für Menschen, welche nicht dahin gelangen können, gibt es eine Kirche in Miniatur ,meist schon an der Straße, so dass auch diese Menschen eine Kerze anzünden können.

Ich bin DIAS..  Auf Deutsch würdet ihr mich Zeus rufen!

...ich gehöre zu den Älteren der Hunde und noch vor einem Jahr habe ich ein Rudel angeführt. Das hat sich geändert, weil sich die Situation in Mavropigi geändert hat. Viele Häuser sind in einem Jahr verschwunden, der Abbau hat sie dem Dorf genommen..
Da wir es gewöhnt sind, uns , den sich ändernden Umständen anzupassen, haben wir ein neues Haus gefunden. Im Sommer ist es herrlich kühl hier drin und im Winter schützt es uns. Es ist das Haus von Harris.
Ich liege oft auf der Veranda in der ersten Etage, so habe ich einen guten Blick auf den Weg. Es ist ein ruhiger Platz. Wenn ich Lust habe, geh ich mit den anderen Vierbeinern im Dorf stiften oder nehme ein Bad.
Es wäre für mich eine Katastrophe eingesperrt zu sein..
Mal abgesehen davon,dass die Mine weiter entfernt von hier arbeitet,ist es im Dorf sehr viel ruhiger geworden,denn die Häuser haben nichts mehr Materielles in sich,was die Menschen brauchen könnten.
Täglich war jetzt Alexia da,dass ist einfach wunderbar, denn sie bringt nicht nur Futter mit,sondern sie spielt mit uns und gibt uns Streicheleinheiten.
Die Meisten von uns genießen das sehr und die Ängstlichen lernen es noch. Das hat Alexia bei so vielen geschafft.

 Letztens hat sie Xanthula mit genommen, sie sind zum Tierarzt( Kastration) gefahren und am Nachmittag waren sie wieder zurück. Danach war noch mächtig was los hier, denn sie haben unser Haus sauber gemacht.
Es ist sehr sehr schön, wenn sie da ist und es es ist sehr schön, dass es euch gibt, denn ihr sorgt mit euren Patenschaften, Teamings und mit euren Spenden dafür, dass wir noch da sind...

 
 

Ein Hunderudel hat uns nicht begleitet, jedoch ist Roxi trotz der großen Hitze mit uns gewesen ...

Ich hatte in Mavropigi nie Angst vor den Hunden, denn da wo sie leben,können sie sich frei bewegen und sind dadurch ausgeglichen.
Auch haben sie, durch Alexia gelernt, den Menschen als Freund zu sehen und so kamen sie stets mit Freude,um uns zu begrüßen.
Wir näherten uns dem Rudel der Kaukasen, welche 2019 noch nicht zu den Mavropigi Hunden gehörten.
Ich ging auf einen, schon etwas älteren Kaukasen zu und es verwunderte mich, als Alexia plötzlich zu mir sagte:
“Conny, sei vorsichtig, er schaut dich seltsam an.“
Sofort gingen mir Gedanken durch den Kopf.
Guck auch mal in die Augen, wenn die Körperhaltung des Hundes nicht eindeutig ist. Du kennst ihn ja nicht. Oder..

Der Kaukase, ein Herdenschutzhund, furchtlos und unerschrocken gegenüber Fremden..der zerpflückt dich gleich, wenn er in dir eine Bedrohung sieht.
Es kam anders... eine Begegnung mit einer Intensität, welche mein Herz mit soviel Liebe für diesen großen Kerl gefüllt hat.
In jener Situation, in der mich Alexia warnte, hab ich mich abgewendet und konnte etwas später sein ganzes Gesicht sehen.

Ein Auge wachsam, das andere nicht mehr da, die Augenhöhle offen.
Alexia sagte mir,dass er diese Verletzung bestimmt vom Stacheldraht hat.
Was soll ich erzählen.
Wieviel Leid, wieviel Schmerz musste dieses Tier erleiden und quälte ihn.
Ich konnte nicht mehr, ich setzte mich hin, Tränen liefen mir übers Gesicht, ich war so unfassbar traurig..
Und dann geschah etwas so Wundervolles...ich werde das in meinem Leben nie vergessen.
Der große Kaukase legte sich ganz dicht an mich... er hat meinen Schmerz gefühlt-so wie ich Seinen.
An meinem letzten Tag in Mavropigi konnten wir endlich einen Termin beim Tierarzt in Ptoldemaida bekommen und jetzt erfüllt es mich mit großer Freude, das es ihm viel besser geht.

Achso..mit Leid behaftet,wachsam und stark- wir haben ihn Odysseus genannt.

Eure Conny